Man hat eine Kapitallebensversicherung aus verschiedenen
Gründen abgeschlossen, einmal zur Vermögensbildung und zum anderen, um die
Familie im Falle des Todes abgesichert zu wissen. Wenn man den Statistiken
glauben darf, dann wird jede zweite Kapitallebensversicherung oder
Rentenversicherung vor dem vertraglichen Ende gekündigt. Die Gründe liegen
zum großen Teil darin, dass diese Versicherung im Prinzip nicht flexibel
ist, eine sehr geringe Rendite ausgezahlt wird und auch die Kombination von
Versicherung und Geldanlage nicht gerade dazu beiträgt, Gewinn zu
erwirtschaften. Zurzeit sind die Verzinsungen derart drastisch zurück
gegangen, dass man im Jahr mit maximal 3-5% Verzinsung und weniger rechnen
kann. Man hätte also besser daran getan, sich vor dem Abschluss der LV über
die Renditechancen aufklären zu lassen. Aber oft sind auch die
Kündigungsgründe im privaten Bereich zu suchen, wie Scheidung,
Arbeitslosigkeit oder sonstige Notlagen, die den Versicherten dazu bewegen,
den Vertrag aufzulösen. Allerdings sollte man sich auch darüber im Klaren
sein, dass eine LV Kündigung immer ein Verlust ist, egal welche Versicherung
es betrifft. Das wird schon ersichtlich, wenn man sich den Rückkaufwert der
Versicherung ansieht. Dieser Wert ist meist extrem niedrig, weil die
Gesellschaft hohe Stornogebühren und Verwaltungskosten einrechnet. Man
sollte also vorher prüfen, wie hoch ist der Rückkaufwert gegenüber den
Einzahlungen und mit welchem Verlust muss man rechnen.
Möchte man die Lebensversicherung aus finanziellen Gründen kündigen, dann
sollte man bei der Gesellschaft abklären, ob es nicht die Möglichkeit einer
Beitragsfreistellung gibt, oder einer Beitragsstundung entsprochen werden
kann. Die eingezahlten Summen werden dabei weiter verzinst. Es gibt noch die
Möglichkeit, die Beitragszahlung durch erhaltene Überschüsse auszugleichen,
oder man kürzt die Versicherungssumme und zahlt dadurch niedrigere Beiträge.
Sollte aber die Versicherungsgesellschaft auf keine der Möglichkeiten
eingehen können, so bleiben immer noch zwei Optionen offen. Man kann zum
einen die Versicherung durch ein so genanntes Policendarlehen beleihen.
Spezialisierte Firmen bieten dazu günstige Konditionen an, die für den
Versicherungsnehmer wesentlich besser sind als die Versicherungsangebote.
Ist auch diese Option nicht der Ausweg, oder man will seine Versicherung
unbedingt auflösen, weil man nach effektiveren Möglichkeiten zur
Gewinnoptimierung sucht, dann sollte man trotzdem aus den oben genannten
Gründen nicht kündigen, sondern auf dem Wirtschaftsmarkt nach Policenkäufer
fragen. Diese kaufen die Policen von Kapitallebensversicherung oder
Rentenversicherung auf, und der Versicherungsnehmer erhält auf diese Weise
mehr Geld als von der Versicherung. Und noch ein Vorteil ergibt sich aus dem
Verkauf, der Schutz im Todesfall bleibt erhalten. Der Policenkäufer zahlt
die monatlichen Beiträge und erhält nach dem Ende der Versicherung die
fällige Summe von der Versicherung. Aber alle diese Punkte sollte man mit
verschiedenen institutionellen Aufkäufern absprechen und sich beraten
lassen. Als Fazit kann man sagen, es macht eigentlich nur dann Sinn, eine
Versicherung zu kündigen, wenn keine anderen Alternativen vorhanden sind,
denn sonst ist die Kündigung ein totales Verlustgeschäft.