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Lebensversicherung als Geldanlage, oder besser die LV verkaufen?

Eine Lebensversicherung galt lange als gute Geldanlage und Altersvorsorgeprodukt. Doch gilt diese Variante der privaten Geldanlage immer noch?
Obwohl eine Geldanlage in eine Kapitallebensversicherung keine hohen Renditen verspricht, hat sie durch steuerliche Begünstigungen doch noch einige Vorteile.
Die Lebensversicherung ist ein Sparvertrag in den der Versicherungsnehmer einzahlt und dieser ist mit einem Todesfallschutz (einer Versicherung für den Todesfall) kombiniert. Das bedeutet, dass im schlechten Fall, dass man vor Vertragslaufende verstirbt, die Personen, die im Vertrag begünstigt wurden, die Todesfallleistung ausbezahlt bekommen. Erreicht man als Einzahler in seine Lebensversicherung das vorher festgelegte Vertragsende, so wird das Kapital und deren Redete an den Versicherungsnehmer ausgezahlt. Deshalb heißt die Lebensversicherung auch Kapitallebensversicherung. Der Abschluss einer Lebensversicherung hat einen Vorteil -die neue Abgeltungssteuer, wie sie bei Gewinnen aus Kapitalanlagen anfällt, muss hier nicht gezahlt werden.
Die Kapitalauszahlung kann allerdings frühestens mit Erreichen des 60igsten Lebensjahres erfolgen.
Nachteilig bei der Lebensversicherung ist allerdings, dass man keine Sicherheit über die Höhe der Überschussbeteiligung hat. Es wird zwar von Seiten der Versicherung eine garantierte Erlebensfallsumme gegeben, aber in Zeiten von Finanzkrise und Börsenchaos kann man von der Überschussbeteiligung fast nichts erwarten und nur auf den Erfolg der Versicherungsgesellschaft hoffen. Staatliche Zuschüsse zur Lebensversicherung als Altersvorsorge bekommt man nur noch, wenn man eine reine Rentenversicherung abgeschlossen hat.
Vorteilhaft kann noch sein, dass für diejenigen, die sich Wohnraum schaffen wollen, die Lebensversicherung als Absicherung für einen Kredites eingesetzt werden kann. Die Lebensversicherung kann für eine Terminhypothek genutzt werden, macht aber nur Sinn, wenn die Hypothekenzinsen niedriger sind, als die Renditen der Versicherung und genau die, kann man nicht sicher annehmen, auch wenn sie erst einmal von der Versicherungsgesellschaft in einer bestimmten Höhe angegeben werden. Die Vorsorgebeträge kann man dann von der Steuer absetzen, was für eine normale Hypothekentilgung für Immobilien nicht möglich ist.
Wer allerdings gegenwärtig eine Geldanlage sucht und neben Rentenfonds, Immobilien, Sparverträgen oder weiteren Möglichkeiten eine Lebensversicherung in Erwägung zieht, sollte auf die Trennung von garantierter und prognostizierter Leistung durch den Versicherungsgeber achten.
Wer gerade einen Vertrag laufen hat und sich über die fehlenden Renditen ärgert, sollte dennoch nicht kündigen, denn das ist teuer und auch Beitragsfreistellungen sind derzeit mit hohen Kosten verbunden, weshalb sich ein Durchhalten und Warten auf bessere Zeiten empfiehlt, zumindest sollte man die Lebensversicherung verkaufen, in dem Fall kann sogar die Todesfallleistung bestehen bleiben.
Eine volle Sicherheit kann kein Vorsorgeanbieter garantieren, denn auch die Lebensversicherung ist vom Kapitalmarkt abhängig, aber zumindest eine traditionelle Versicherungsgemeinschaft und klare Verträge sollten Vorraussetzung für eine gewisse Standhaftigkeit am Markt sein. Gegenwärtig sind garantierte Zinsen von 2,25% für Neukundenverträge Normalität.
Günstig ist eine Lebensversicherung innerhalb eines Vertrages zur betrieblichen Altersvorsorge beim Direktversicherer oder die Anlage des Geldes in eine fondsgebundene Versicherung, die ihre Fondsanteile breit streut. Der Vorteil beim Besitz einer Lebensversicherung liegt auch darin dass man die Police jederzeit als Bürgschaft für z.B. eines Kredites einsetzen kann. In der Regel bekommt man jederzeit einen Kredit über den Rückkaufswert, meist auch darüber.