"Die Lebensversicherung" ist immer noch ein vielfach "geliebtes
Kind" und findet in allerlei Zusammenhängen Erwähnung als ein
Inbegriff verlässlicher, langfristiger finanzieller Absicherung und
verbürgter Auszahlung eines höheren Geldbetrages.
"Ich habe eine Lebensversicherung, ich bin fein raus".
Gemeint ist hier meist eine Kapitalversicherung im Unterschied zu
einer Risikolebensversicherung.
Erstere verleiht dem Gefühl finanzieller Sicherheit durchaus eine
gewisse Berechtigung, zu ergänzen ist allerdings, dass diese
Gewissheit in vielen Fällen zu einem unnötig hohen Preis erworben
wurde.
Das ist manchem Geldanleger immer noch nicht bewusst, durchaus im
Sinne der Berater und Verkäufer des weiten, schwer durchschaubaren
Finanzmarktes, auf dem Abschlüsse über Kapitallebensversicherungen
meist mit ansehnlichen Provisionen honoriert werden.
Beiden Versicherungen ist gemein, dass während eines bestimmten,
vorwiegend längeren, häufig Jahrzehnte dauernden Zeitraums im
Todesfall ein hoher Geldbetrag zur Auszahlung kommt, um
wirtschaftlich Abhängigen, z.B. Familieangehörigen, die Erfüllung
finanzieller Verpflichtungen bei Entfall eines Einkommens zu
ermöglichen oder Kreditinstituten die Rückzahlung gewährter Darlehen
im Todesfall zu sichern.
Wer dererlei Verpflichtungen nicht hat, benötigt genauso wenig eine
Lebensversicherung wie jemand ohne Fahrrad eine Fahrradversicherung.
Sollten Umstände wie die zuvor beschriebenen eintreten können, ist
für die meisten Normalverdiener der Abschluss einer
Risikolebensversicherung anzuraten, die z.B. gem. der Zeitschrift
"Finanztest" im April 2009 für 25-jährige Männer (Nichtraucher) ab
rd. 110 € Jahresbeitrag bei einer Versicherungssumme von 150. 000 €
und einer Laufzeit von 30 Jahren zu haben war. Eine Auszahlung
erfolgt nur im Todesfall.
Die Kapitallebensversicherung bietet in Verbindung mit höheren
Prämien zusätzlich eine Art der Geldanlage. Bei Erleben des Endes
der vereinbarten Laufzeit erfolgt die festgelegte Leistung.
Für den Normalverdiener ist diese Kombination in Bezug auf die
Geldanlage nicht günstig; Gutverdiener könnten hier aus steuerlichen
Gründen zu einer anderen Bewertung kommen.
Der Vertrag über eine Kapitallebensversicherung verpflichtet weit in
die nicht vorhersehbare Zukunft grundsätzlich zur regelmäßigen
Zahlung der Prämie. Ein Ausstieg aus dem Vertrag, z.B. wegen eines
finanziellen Engpasses, ist in der Regel mit deutlichen finanziellen
Verlusten verbunden, besser wäre die Lebensversicherung verkaufen.
Zur Altersvorsorge oder als Geldanlage bieten sich viele flexiblere
Möglichkeiten mit höheren Renditeaussichten, eine
Risikolebensversicherung einkalkuliert. Den individuell
unterschiedlichen Sicherheitsbedürfnissen kann dabei durchaus
Rechnung getragen werden.
Auch hier gilt also der Grundsatz: Risikoabsicherung und Geldanlage
stets trennen !